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Tiroler Tageszeitung – 10. März 2020

Beethoven-Feier par excellence

[…] Die hartnäckig als schwergewichtige „Schicksalssinfonie“ missverstandene Fünfte inszeniert Kostner leichtfüßig, reaktionsfreudig, mit akkuratesten Sforzati und punktgenauen Fortissimo-Ausbrüchen. Das Orchester, alles andere als ein schwerfälliger sinfonischer Großapparat, mit der an der Musikuni Wien dozierenden Konzertmeisterin Ulli Engel, agierte schlank, agil, schlagkräftig, alle Qualitäten eines Kammerorchesters ausspielend. Kostners Sicht auf dieses ganz der (Motiv-) Reduktion und dramatischen Stringenz gewidmete Werk beeindruckte zutiefst. […]


Krone – 10. März 2020

Hommage an den Jahresregenten

Blickte man in die Reihen der Tiroler Barockinstrumentalisten, so konnte man feststellen, dass der Name kein bloßes Etikett ist, sondern durchaus seine Berechtigung hat: Man entdeckte an fast allen Pulten heimische Musikerinnen und Musiker. Dass deren Alte Musik-Kompetenz sowohl regional wie international gefragt ist, verwundert angesichts des beachtlichen Gesamtniveaus kaum. […] Die Tiroler Barockinstrumentalisten unter Wolfgang Kostner lieferten einen schönen Beitrag zum Beethoven-Jahr und riefen sich als wichtiger Faktor der regionalen Alte Musik-Szene in Erinnerung.


Tiroler Tageszeitung Seitenblicke – 10. März 2020

Beethoven hätte seine Freude gehabt

[…] Mit großen Meisterwerken des romantischen Titanen füllte das heimisch Originalklang-Ensemble am vergangenen Sonntag dann das seit Wochen ausverkaufte Haus der Musik. Am historischen Hammerflügel brillierte Tirols Ausnahme-Tastenmusiker Michael Schöch mit dem Klavierkonzert Nr. 5 und einer augenzwinkernden, virtuosen Zugabe, bevor die so bekannte Schicksalssinfonie des aufklärerischen Musikrevolutionärs unter dem Dirigat von Wolfgang Kostner erbebte. […]


Kitzbüheler Anzeiger – 7. November 2019

Rarität aus dem Hause Mozart 

[…] Die „Sinfonia“: zweifellos ein ansprechendes, spritziges, spielfreudiges Stück, teils sehr virtuos angelegt – eine Musik, welche das handwerkliche Können Leopolds glänzend ausweist und vom Orchester der Tiroler Barockinstrumentalisten geschmackvoll kredenzt wurde.

[…] Freilich, als dann die ersten Takte der Großen c-moll-Messe aufklangen, wurde gleichsam ein völlig anderer musikalischer Raum aufgerissen. Es war wie das Wegziehen eines Vorhangs, ja wie das Eintauchen in um viele Stockwerke höher angesetzte Sphären – oder noch besser: wie der Versuch eines Eindringens in eine Riesenkugel, deren Zentrum anpeilend – wenn man will, den göttlichen Bereich zu gewinnen. […] Kostner, auf gegensätzliche Dynamik bedacht (klar seine Zeichengebung, wohl an Großen des Dirigierens geschult), erreichte so prachtvolle und wuchtige Steigerungen – z. B. im Gloria und im Sanctus, auch bezüglich der Kombination Solisten plus Chor plus Orchester. Vielleicht ist es ungerecht, aus letzterem einen Musiker hervorzuheben, nämlich den hochmusikalisch agierenden Schlagzeuger, welcher viel zum exakten Zusammenspiel beitrug. Ja, und die Solisten: Judith Spießer mit ihrem die teils so düsteren Messteile aufhellenden – darf man vorsichtig sagen „Mozart-Sopran“?  Sie hatte den Löwenanteil (ihre Koloraturen!) zu bewältigen. Sabine Winter: um es in der Registersprache von Orgeln auszudrücken: gewissermaßen „Lieblich gedackt“, was, wenn die beiden im Duett sangen, eine einander wohltuend ergänzende Einheit bildete. Dann noch der Tenor Willi Rogl und der Bass Unnsteinn Arnason mit ihrem den Klang abrundenden Timbre. Was man kaum erwarten durfte, bedenkt man die bei Kirchenkonzerten oftmals eher schüttere Besucherzahl: die Pfarrkirche war praktisch gerammelt voll […].


Tiroler Tageszeitung – 30. Oktober 2019

Stimmdemonstrationen 

[…] Den Glanzpunkt verlieh dem stimmgewaltigen Feiertag das abendliche Konzert im Haus der Musik. Für die Aufführung von Mozarts monumentaler c-Moll-Messe vereinten sich die beiden Kammerchöre Choropax Wattens und NovoCanto Innsbruck sowie das Orchester der Tiroler Barockinstrumentalisten. Dirigent Wolfgang Kostner hatte sich mit Willi Rogl und Unnsteinn Arnason einerseits regionale Kräfte als Solisten geholt und andererseits die fordernden Sopransoli mit internationalen Stimmen besetzt: Judith Spießer und Sabine Winter wurden dem hohen Anspruch dann in jeder Hinsicht mehr als gerecht. […]


Krone – 28. Oktober 2019

Mozart im Doppelpack 

[…] Zunächst: Der große Saal des Hauses der Musik erwies sich als akustisch sehr gut geeignet – man hätte vielleicht annehmen können, dass die Anzahl der Ausführenden den Saal sprengte, das war aber erfreulicherweise nicht der Fall. Wolfgang Kostner kombinierte Mozarts monumentales Messenfragment mit Werken Leopold Mozarts – aus Anlass von dessen 300. Geburtstag. Was an und für sich ein löbliches Unterfangen war, das führte letztlich dazu, dass die Genialität des Sohnes umso stärker hervortrat und dass die Werke des Vaters eigentlich verblassten: Ihnen wurde kein Dienst erwiesen. Das lag nicht an der Interpretation der Sinfonia von Leopold Mozart durch die Barockinstrumentalisten: Ohne Dirigent wurde inspiriert und animiert gespielt. Dann aber wurde man schon mit den ersten Takten des Kyrie in den Bann der c-Moll-Messe gezogen: Die Chöre waren bestens vorbereitet, ein bewegliches Kollektiv, dynamisch sehr wandlungsfähig, niemals massig. Großes Kompliment! Als dann Judith Spießer aus dem düsteren c-Moll heraus ihren wunderbar strahlenden Sopran erhob, blieben die Wirkung nicht aus: Spießer begeisterte mit ihrer Interpretation, auch wenn dem „Et incarnatus est“ die Ruhe fehlte und man sich da im Instrumentalensemble nicht einig war. Dabei boten auch die Barockinstrumentalisten großartige Leistungen. Die Aufführung war von zügigen Tempi getragen, nicht immer überzeugte die Tempowahl. So sehr sich Sabine Winters Timbre von dem von Judith Spießer abhob, so sehr überzeugte auch sie mit souveräner Koloratursicherheit. Die c-Moll-Messe ist eine Parade für die Soprane, die beiden männlichen Solisten (tadellos: Willi Rogl und Unnsteinn Arnason) haben wenig Gelegenheit zu glänzen. Die gewählte Ausgabe der c-Moll-Messe ist recht blechlastig im Credo, das ist Geschmackssache. Das Agnus Die aus einer C-Dur-Messe Leopold Mozarts ging nach Wolfgangs c-Moll-Torso rettungslos unter. Trotzdem blieb der Eindruck einer niveauvollen Aufführung mit großartigen Momenten.


Krone – 28. Mai 2019

Ein jubilierender Festglanz

[…] Strahlende Trompeten gaben zunächst zwei Eingangschören aus Pfingstkantaten ihre Festlichkeit: Es war dramaturgisch klug, das Konzertprogramm ein wenig umzustellen, denn ursprünglich war geplant, drei Chöre mit Trompeten aufeinander folgen zu lassen. Nun bildete der wunderbar ausdrucksvolle erste Satz der Kantate „Also hat Gott die Welt geliebt“ einen wohltuenden Kontrast zum schier überbordenden Trompetenjubel von „Erschallet, ihr Lieder“ und vor allem dem monumentalen Eingangschor zu „O ewiges Feuer“. Besonders berührend waren die immer wieder interpolierten schlichten Choräle, wunderschön differenziert gesungen von NovoCanto und nicht minder instrumental vorausgenommen vom Concerto München. Das wählte für die Sinfonia zu „Am Abend aber des selbigen Sabbats“ ein so hohes Tempo, dass selbst die kantablen Abschnitte nicht wirklich Ruhepunkte bildeten. Das Ensemble wollte wohl seine Versiertheit präsentieren oder der Überschwang der jubelnden Eingangschöre führte zu solcherart erhöhtem Puls. Organist Johannes Berger brillierte in der hochdramatisch und virtuos dargebotenen Sinfonia zu „Wir müssen durch viel Trübsal“: Ihm gelang eine außergewöhnlich delikate Interpretation. Der Chor bewies in der Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ sein hervorragendes Können. […]


Tiroler Tageszeitung – 30. Mai 2019

Barocke Kirche und barocke Musik

Die Tiroler Barocktage bewiesen einmal mehr, dass die Wallfahrtskirche von Götzens (auch) ein Zentrum für hochkarätige Sakralkonzerte ist. Die diesjährige Konzertreihe wurde mit einem Bach’schen Jubelgesang beschlossen. Dabei brillierte das vokalensemble NovoCanto unter Wolfgang Kostner im Verbund mit dem Barockorchester Concerto München, dessen junger Leiter Johannes Berger zu den Shooting-Stars der deutschen Orgelszene gehört. […]


Mein Bezirk – 03. Juni 2019

Glanzvolles Finale

Da strahlte nicht nur die ausverkaufte Wallfahrtskirche in Götzens im Abendlicht als das Schlusskonzert der diesjährigen Tiroler Barocktage am Sonntag, den 26. Mai erklang. […]

Zum Finalkonzert erklang ein jahreszeitlicher Jubelgesang mit Chor- und Instrumentalwerken aus Bachs monumentalem Kantatenwerk. Dabei zeigten sich der heimische Vorzeige-Kammerchor NovoCanto und das exzellente Barockorchester Concerto München als stilsichere und klangschöne Interpreten der hochbarocken Werke für Christi Himmelfahrt und Pfingsten. […]


Tiroler Tageszeitung – 03. Juni 2018

Glanzvolles Finale der Barocktage

Nicht einmal ein Stehplatz war verfügbar, als am Pfingstfreitag die diesjährigen Tiroler Barocktage mit Händels monumentalem Oratorium „Israel in Egypt“ in der Wallfahrtskirche Götzens beschlossen wurden. Der heimische Vorzeige-Chor NovoCanto brachte das imposante Werk im Verbund mit dem exzellenten, erstmals in Tirol gastierenden Barockorchester Breslau zur Aufführung. Die Solistenparts waren mit Maria Erlacher, Susanne Langbein und Markus Forster als regionale Publikumslieblingen sowie Markus Schäfer, Thomas Stimmel und Peter Strömberg als internationale Gäste hochkarätig besetzt. Verständlich, dass auch zahlreiche kulturbegeisterte Prominenz aus Politik und Wirtschaft den Weg nach Götzens fand und in die frenetischen standing ovations einstimmten. Vizebürgermeister von Innsbruck a. D. und Honorarkonsul für Polen Eugen Sprenger und Josef Singer, Bürgermeister von Götzens, zeigten sich nach dem Konzert ebenso aufgewühlt wie berührt. Franz Fischler, Präsident des Forums Alpbach, und Minister a. D. Karlheinz Töchterle waren mit Gattinnen angereist, um als passionierte Alte-Musik-Freunde die Aufführung unter dem Dirigat von Wolfgang Kostner zu erleben. Obmann des jubilierenden Götzner Kulturvereins – Cultura sacra feiert aktuell sein 20-Jahr-Jubiläum – Federico Zogg strahlte jedenfalls berechtigt über den breiten Erfolg der etablierten Reihe.​


Mein Bezirk – 22. Mai 2018

Standing Ovations zum Abschluss der Barocktage

[…] Restlos ausverkauft und auch auf Podiumsseite dicht gedrängt, füllten der heimische „Aushänge-Chor“ NovoCanto und das Barockorchester Breslau den Kirchenraum mit farbenprächtigen und bildhaft-hochdramatischen Klängen. Nahtlos fügte sich das prominent besetzte Solisten-Sextett in die zweistündige Aufführung.

Sakralwerk als Kraftakt

Man merkte es den Ausführenden nicht an, welch Kraftakt in jeder Hinsicht geleistet wurde: Das zweiteilige Sakralwerk, das die Geschichte des Exodus der Israeliten aus Ägypten und den anschließenden Lobgesang Moses vertont, verlangte von Chor und Orchester stilistische Versiertheit, stimmliche Kondition, technische Flexibilität und uneingeschränkte Konzentration. Dirigent Wolfgang Kostner verstand es, die Musiker des renommierten Orchesters bei ihrem Tirol-Debüt inspirierend zu führen und den Chor zur wahren Höchstleistung zu motivieren. Bildhaft-plastisch zogen die Szenen vorüber, wenn mit einmal härtester Artikulation und dann pastoral-schwingenden Klängen die alttestamentarische Geschichte zelebriert wurde. In den wenigen Nischen, die Händel für die Solisten vorgesehen hatte, strahlten die Lokalmatadore Maria Erlacher und Susanne Langbein, beide Sopran, um die Wette. Das warme und ausdrucksstarke Timbre von Markus Forster (Altus) verlieh der Aufführung den nötigen Schmelz. Die Basspartien wurden vom deutschen Thomas Stimmel und dem Schweden Peter Strömberg mächtig und klangschön gestaltet. Hochdramatisch auch der bekannte deutsche Tenor Markus Schäfer, der jene Dramaturgie einleitete und fortführte, die Kostner seiner Interpretation abverlangte. 

Begeisterung im Publikum

Frenetisch wurde die Aufführung vom Publikum gefeiert: Standing Ovations und anhaltende Bravo-Rufe lieferten den Beweis für die Zeitlosigkeit auch unbekannterer Händel’scher Musik bei entsprechend qualitativer Umsetzung.


Krone – 22. Mai 2018

Glanzvolles Finale
Abschlusskonzert der Barocktage

[…] Die Soprane Maria Erlacher und Susanne Langbein, die hier zum ersten Male zusammen singen, ergänzen sich ganz wunderbar. Der Altus von Markus Forster verfügt über ein elegantes Timbre. Die tiefen Partien sind mit Thomas Stimmel und Peter Strömberg, denen in den kurzen Passagen einiges abverlangt wird, gut besetzt. Eindruck hinterlässt der Tenor von Markus Schäfer. Das noch junge Baroque Orchestra Wroclav erweist sich als makelloser Botschafter der alten Musik und hat in der Begegnung mit dem Innsbrucker Vokalensemble NovoCanto einen ebenso versierten wie inspirierten Partner. Der Dirigent Wolfgang Kostner fügt die Künstler zusammen und hat die Akustik des etwas zu kleinen aber doch unendlich schönen Kirchenraumes und diesen „Prototypen des Chor-Oratoriums“ perfekt im Griff. […]


Tiroler Tageszeitung – 20. Mai 2018

Als das Rote Meer sich teilte

Wer die Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium „Israel in Egypt“ am Freitag zum Abschluss der Tiroler Barocktage in der Wallfahrtskirche Götzens erlebte und feierte, versteht wohl kaum, warum dieses 1738 entstandene Werk in England nicht ankam. […] Kostner bettete den emotionalen Facettenreichtum in durchwegs ausgewogene, bei aller Dramatik vorrangig weich ausschwingende Tempi, die der Ausdrucksvielfalt Raum gaben. Das zum jeweils 15-köpfigen Doppelchor erweiterte Vokalensemble NovoCanto hatte einen fulminanten Abend, stilistisch souverän, präzise, leuchtend und stets ausbalanciert, inspiriert vom Liedhaften bis zum Majestätischen, von harmonischer Schlichtheit bis zur glanzvollen Polyphonie. Eine große Leistung. […]


Tiroler Tageszeitung – 10. Oktober 2017 

Johann Zachs wirkungsvolle, spätbarocke pastorale geistliche Musik erfüllte am Sonntagabend den Dom zu St. Jakob

[…] Die Barocksolisten München wussten Zach prächtig zu übersetzen, die Solisten Katja Stuber (Sopran), Susanne Langner (Alt), Paul Schweinester (Tenor) und Sebastian Myrus (Bass) individualisierten mit schönen klaren Stimmen. Auch das Vokalensemble NovoCanto weiß die Vorzüge dieser Musik aufzuspüren, und sie steht ihm prächtig.


Mein Bezirk – 22. August 2017

Tanz und Drama

[…] Das mag nicht zuletzt dem geradezu federleicht sich ineinanderfügenden Zusammenspiel von Roussets Orchester Les Talens Lyriques mit van Parys Tanzensemble Les Cavatines und den vier fast durchweg großartig präsenten Sänger/innen geschuldet sein, selbst das Tiroler vokalensemble NovoCanto fügte sich wie selbstverständlich ins Schlussbild ein. […]